Dr. Michael Frenzel | Vorstandsvorsitzender, TUI AG

Sehr geehrtes Team der MILK-Messe, sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,
herzlichen Glückwunsch zum 2. Geburtstag. Es ist gut und richtig, dass diese Karrieremesse nach der Premiere zu einer dauerhaften Einrichtung wird. Diversity ist in Deutschland eine ja noch recht junge Disziplin und für nachhaltige Erfolge braucht man einen langen Atem.
Offen gelebte Homosexualität sollte heutzutage keine Karrierebremse sein. Dennoch kommt Ausgrenzung im Arbeitsalltag immer noch vor. Als Coporate Citizen sollten Unternehmen daher alles in ihrer Macht stehende tun, damit das Outing von Kolleginnen und Kollegen keine große Sache mehr ist. Aktives Fördern von Toleranz und Vielfalt ist dabei das wichtigste Instrument. Als Europas größter Reisekonzern bringt die TUI nicht nur ihren Kunden fremde Kulturen nahe, sondern vereint auch Mitarbeiter verschiedenster Nationalitäten, Kulturen, Qualifikationen und Altersstrukturen. Die Wertschätzung von Menschen, ganz gleich, welchen Alters, welcher Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung, ist für uns daher fundamentaler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Das spiegelt sich auch in unserem Diversity-Management und in der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt wider. Darüber hinaus haben wir Offenheit und Toleranz fest in den Grundwerten unseres Verhaltenskodexes verankert.
Auch wenn die gesellschaftliche Anerkennung von Schwulen und Lesben Fortschritte gemacht hat, ist es noch ein langer Weg bis zur vollständigen Gleichstellung. Deshalb müssen Unternehmen vorweg gehen und für alle deutlich sichtbar ein Zeichen setzen: keine Toleranz der Intoleranz gegenüber. Genauso wenig wie wir Korruption und Missbrauch tolerieren, werden wir Ausgrenzung von Mitarbeitern mit gleichgeschlechtlicher Orientierung dulden. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens müssen wir uns die simple Frage stellen: Wollen wir in einer Gesellschaft leben, die von Ausgrenzung und Intoleranz geprägt ist? Die klare Antwort lautet Nein. Wenn wir dieser Überzeugung sind, dann müssen wir dies auch am Arbeitsplatz leben. Letztlich sind doch Firmen, egal, ob Großkonzern oder Handwerksbetrieb Spiegel unserer Gesellschaft.
Zweitens sollten Firmen abseits von Überzeugung und Ethik aus purem Egoismus und Eigeninteresse Vielfalt und Anderssein fördern und aktiv mitgestalten. Arbeiten in einer angstfreien Atmosphäre ohne Diskriminierung fördert Kreativität und Innovationen. Wer sich nicht ständig verstecken muss, der hat den Kopf frei für seinen Job und wird Bestleistungen abliefern.
Initiativen wie die MILK-Messe könnten sich eines Tages selbst überflüssig gemacht haben. Bis es jedoch so weit ist, lautet meine herzliche Bitte: Machen Sie weiter so.
Herzliche Grüße
Dr. Michael Frenzel
Vorstandsvorsitzender der TUI AG
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