Petra Hesser | Geschäftsführerin der IKEA Deutschland GmbH & Co KG

Es geht darum, Vielfalt bestmöglich zu managen. 
Es geht nicht darum, Vielfalt künstlich zu erzeugen.


Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, sehr geehrtes Team der MILK Karrieremesse,


wir bei IKEA glauben, dass die Dinge die uns einzigartig machen uns auch stark machen. Diese Stärke, wenn sie entfaltet werden kann, wird zur Stärke unseres Unternehmens. Der Glaube allein reicht uns aber nicht. Deshalb war IKEA eines der ersten international tätigen Unternehmen, das das Thema Diversity in seine Unternehmensziele aufgenommen hat.


Vielfalt als Bereicherung zu begreifen war von Anfang an integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur und unseres Geschäfts. Und das lange bevor wir uns dessen bewusst wurden. Lange bevor Diversity ein Begriff und Handlungsfeld wurde. Wir bekommen eben nur dann die besseren Ergebnisse, wenn wir die Vielfalt, die wir im Unternehmen haben, anerkennen und nutzen. Wenn nicht die Richtung von wenigen Einzelnen bestimmt wird, sondern wenn wir zusammen in unseren Unterschiedlichkeiten agieren. Ein vielfältiges Mitarbeiterteam wird unsere Geschäftsergebnisse verbessern, unsere Konkurrenzfähigkeit stärken und IKEA zu einem besseren Arbeitsplatz machen. Davon profitieren alle.


Es gibt bei uns drei verschiedene Mitarbeiter-Netzwerke: Fair.Quer für Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender sowie MosaikCoolTour zur Stärkung der interkulturellen Integration und BuF, ein Netzwerk zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Netzwerke – von Mitarbeitern für Mitarbeiter – werden prominent unterstützt: Jedes Netzwerk ist durch einen Paten aus dem deutschen Managementteam direkt mit der Geschäftsleitung verbunden.


Bei IKEA ist Diversity kein Deckmäntelchen für ein besseres Gewissen. Vielfalt ist kein Rechenexempel. Wir möchten keine Quotenfrauen haben oder sonst eine Gruppe künstlich in den Mittelpunkt stellen. In weiten Teilen der deutschen Wirtschaft besteht bis heute kein Wahlrecht sich zu outen – und das nicht nur bei der Frage, ob jemand homosexuell ist oder nicht. Menschen werden typisiert: danach, ob sie passen oder ob sie zu laut, zu leise zu grau oder zu bunt sind. Dadurch entsteht Verunsicherung. Ein Ausweg mag sein, sich anzupassen, je nachdem vielleicht ein wenig grauer oder bunter zu sein, ein bisschen weniger auffällig.


Jemand, der eine andere Hautfarbe, eine andere sexuelle Orientierung oder andere körperliche Voraussetzungen hat, hat aber keine Möglichkeit zu variieren: er ist, wie er ist. Es muss also unser Ziel sein, dass es irgendwann vollkommen egal ist, ob ein Unterschied besteht und was ihn ausmacht. Der Unterschied selbst muss willkommen und selbstverständlich sein. Er bereichert uns alle. Denn nur durch Unterschiedlichkeit entsteht wirklich Vielfalt: wenn jeder sein kann, was er ist, während er wesentliche Werte mit uns teilt. Und Werte haben weder eine Hautfarbe noch eine sexuelle Orientierung.


Einer unserer Werte besagt, das eigene Tun nicht in den Vordergrund zu stellen. Das hat seine Wurzeln im Ursprung des Unternehmens: In Småland (Südschweden) gegründet, hat uns die Kargheit dieser Gegend von Anfang an geprägt. Das führt auch dazu, dass wir es meist versäumen, unsere Aktivitäten laut zu vermarkten, wie z.B. die punktuelle Teilnahme als Unternehmen am Kölner CSD. Jedes Mal wurde alles von den Mitarbeitern selbst auf die Beine gestellt: Mit großem Engagement und noch größerer Freude.


Unsere Herkunft hat uns auch gelehrt, sich nie auszuruhen, sondern stets nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Das MILK Team bewegt sich mit seiner Arbeit genau in diesem Kontext und verdient deshalb unsere Unterstützung. Gutes Gelingen für Ihre Karrieremesse!


Freundliche Grüße


Petra Hesser

Geschäftsführerin der IKEA Deutschland GmbH & Co KG